Der Juni 2026 brachte die Wende: Die Rotation aus digitalen Assets in KI-Aktien kehrte sich in den letzten zehn Tagen scharf um, da Anleger verstärkt Ertragsnachweise statt Versprechen in die Zukunft verlangten. Der Nasdaq fiel über 6 % von seinem Rekord, Halbleiterwerte verloren in einzelnen Sitzungen mehr als eine Billion Dollar. Erstmals in diesem Jahr verkauften sich digitale Assets und Technologiewerte gemeinsam ab, ein Zeichen, dass der Trade des Jahres neu bewertet wird.
Bitcoin traf es am stärksten. Der Kurs durchbrach nacheinander die Marken von 70.000, 65.000 und 60.000 Dollar und schloss nahe 59.100 Dollar, dem tiefsten Stand seit Oktober 2025 und rund 53 % unter dem Allzeithoch. Ethereum fiel unter 1.600 Dollar, Solana Richtung 75 Dollar. Die Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten Anfang Juni mit 1,8 Milliarden Dollar ihren größten wöchentlichen Abfluss der Geschichte.
Die Geldpolitik verschärfte den Druck: Bei Kevin Warshs erster FOMC-Sitzung blieb der Leitzins zwar bei 3,50 bis 3,75 % unverändert, doch die Projektionen kippten von einer Senkung zu einer Anhebung, und Renditen wie Dollar zogen kräftig an.
Strukturell hielt das Bild dagegen: Die Absichtserklärung zwischen Trump und Pezeshkian vom 17. Juni eröffnete einen fragilen Weg zur Deeskalation im Iran-Konflikt, und das Stablecoin-Angebot blieb trotz fallender Token-Kurse stabil bei rund 312 Milliarden Dollar, ein Beleg für die wachsende Unabhängigkeit der On-Chain-Nachfrage von spekulativer Risikobereitschaft. Der Monat schließt vorsichtig, doch die Frage lautet zunehmend, ob der Juni bereits das Zyklustief markierte.