Research

The State of Stablecoins Q1 2026

Geschrieben von Aleksander Biesaga, Investment Researcher | 11.03.2026 10:40:19

Zusammenfassung: 

Stablecoins – digitale Vermögenswerte, die an Reservewährungen wie den US-Dollar gekoppelt sind und erstmals 2014 auf den Markt kamen – haben sich von einem Nischeninstrument für den Handel zu einer tragenden Säule der digitalen Wirtschaft entwickelt. Sie fungieren als wichtige Brücke zwischen der traditionellen Finanzwelt und der On-Chain-Welt. Der Durchbruch kam mit einem historischen Meilenstein: Die Unterzeichnung des GENIUS Act im Juli 2025 als Bundesgesetz in den USA schaffte erstmals einen umfassenden regulatorischen Rahmen für Stablecoin-Emittenten. Zusammen mit anhaltenden makroökonomischen Veränderungen und der zunehmenden institutionellen Akzeptanz hat diese wegweisende Gesetzgebung dem Markt zu einer Marktkapitalisierung von mehr als 310 Milliarden US-Dollar [1] und einem jährlichen On-Chain-Abwicklungsvolumen von 33 Billionen US-Dollar im Jahr 2025 [2] verholfen – mehr als die Transaktionsvolumen von Visa und Mastercard zusammen. Mit US-Dollar-gebundenen Token als bewährter Blaupause ist nun der Weg für eine globale Expansion in andere große Währungen frei, was tiefgreifende Folgen für alle Akteure im Finanzsystem hat.

Dieser Wandel zeigt sich auf mehreren Ebenen. Institutionelle Investoren nutzen Stablecoins als kritische Marktinfrastruktur. Sie schaffen ein stabiles Fundament für komplexe Handelsstrategien und fungieren als wichtige Ertragsquelle in DeFi-Protokollen. Der BUIDL-Fonds von BlackRock übersteigt inzwischen 2,5 Milliarden US-Dollar, PYUSD von PayPal hat die Marke von 4,2 Milliarden US-Dollar überschritten, und der erfolgreiche Börsengang von Circle an der NYSE (CRCL) generierte einen Jahresumsatz von 2,7 Milliarden US-Dollar [4]. Der Einstieg dieser großen Finanzinstitute verdeutlicht, dass Stablecoins mittlerweile das Vertrauen der konservativsten Kapitalgeber genießen. Auch Unternehmen nutzen mittlerweile die Effizienz von Stablecoins für die Modernisierung ihres Treasury-Management sowie internationale B2B-Zahlungen. Die B2B-Zahlungsvolumina mit Stablecoins stiegen 2025 im Jahresvergleich um mehr als 730 % an. 77 % [5] der Unternehmen, die mit Stablecoins arbeiten, nannten grenzüberschreitende Lieferantenzahlungen [6] als primären Anwendungsfall. Die Möglichkeit einer nahezu sofortigen Abwicklung rund um die Uhr senkt Transaktionskosten und Gegenparteirisiken erheblich und schafft neue Effizienzgewinne im Kapitalmanagement und in der Lieferkettenfinanzierung. Letztlich stärkt diese Entwicklung auch Privatnutzer. Sie bietet direkten Zugang zu einem offeneren und globaleren Finanzsystem, vom Empfang von Gehältern in einer stabilen Währung als Schutz vor lokaler Inflation über den Zugang zu hochverzinslichen Sparprotokollen außerhalb des traditionellen Bankensystems bis hin zu reibungslosen Investitionen in tokenisierte Vermögenswerte auf der Blockchain.

Dieser Wandel ist nicht nur technologischer Natur. Es handelt sich um eine grundlegende Weiterentwicklung der Struktur des Geldes und des Werttransfers. Für Entscheidungsträger ist das Verständnis dieser Entwicklung eine strategische Notwendigkeit. Es geht darum, neue Geschäftsmodelle zu bewerten, neuartige Risiken zu managen und Organisationen in einer zunehmend On-Chain geprägten Finanzwelt richtig zu positionieren. Dieser Bericht liefert einen wesentlichen Leitfaden mit Tiefgang, um sich auf dieser neuen Finanzebene zurechtzufinden und die enormen Chancen zu nutzen, die sie für das kommende Jahrzehnt bietet.