Markt Im Fokus:
Der Start von Bitcoin ins Jahr 2026 war zunächst vielversprechend: Der Kurs stieg kurzzeitig wieder auf 93.000 US-Dollar und signalisierte damit eine Erholung gegenüber dem Ende des letzten Jahres. Diese Dynamik wurde jedoch im Laufe der Woche gebremst. Trotz der schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag, die nur einen Zuwachs von 50.000 Arbeitsplätzen gegenüber den prognostizierten 73.000 zeigten, reagierte der Markt nicht deutlich bullisch. Es scheint, dass derzeit traditionelle Wirtschaftsdaten gegenüber einem plötzlichen Anstieg der globalen Risikoaversion in den Hintergrund treten.

Die geopolitische Instabilität hat sich diese Woche zum größten Hindernis für digitale Vermögenswerte entwickelt. Die Unsicherheit hinsichtlich der US-Intervention in Venezuela und der Festnahme von Nicolas Maduro sowie die eskalierenden diplomatischen Spannungen zwischen China und Japan um Taiwan haben Händler zu einer defensiven, risikoscheuen Haltung gezwungen. Diese geopolitischen Turbulenzen belasten die Stimmung erheblich und überschatten das, was ansonsten als günstiges makroökonomisches Umfeld interpretiert werden könnte, da die Arbeitslosenquote in den USA tatsächlich auf 4,4 % gesunken ist.
Diese Stimmungsänderung spiegelte sich deutlich im Verhalten institutioneller Anleger wider. Nach einem starken Jahresauftakt mit hohen Zuflüssen (darunter ein Tageszufluss von 825 Millionen US-Dollar) kam es zu einer scharfen Kehrtwende, bei der innerhalb von nur drei Tagen über 1 Milliarde US-Dollar aus Spot-Bitcoin-ETFs abgezogen wurden. Die jüngsten Verkäufe stehen auch im Zusammenhang mit Befürchtungen einer möglichen Angebotsüberflutung aus Venezuela. Obwohl es kaum Anhaltspunkte in der Blockchain gibt, die das Ausmaß dieser gemunkelten Bestände bestätigen, entschied sich der Markt, das Risiko sofort einzupreisen, was zu einer plötzlichen Verschiebung der Kapitalströme führte.

In der Geldpolitik wird das Bild komplexer. Während sich der Arbeitsmarkt abkühlt, bleibt die Wirtschaft auf einem soliden Fundament, wodurch die Dringlichkeit für die Federal Reserve, die Zinsen sofort zu senken, abnimmt. Die Märkte preisen derzeit eine Pause ein, wobei die nächste Zinssenkung möglicherweise erst im Juni zu erwarten ist. Wir befinden uns derzeit in einer Konsolidierungsphase, in der die Anleger diese Mischung aus soliden Wirtschaftsdaten, geopolitischen Schocks und der daraus resultierenden Volatilität der ETF-Ströme verdauen.
Ausblick:
In der kommenden Woche richtet sich der Fokus auf die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindexes (CPI), wobei Anzeichen einer anhaltenden Inflation die Erwartungen bestätigen dürften, dass die Fed die Zinsen bis Juni unverändert lassen wird. Wir beobachten auch aufmerksam das Weltwirtschaftsforum hinsichtlich einer möglichen Nominierung des nächsten Fed-Vorsitzenden, eine Entscheidung, die zu erheblichen Marktbewertungen führen könnte. Auch wenn die bevorstehenden Änderungen der Methodik zur Ermittlung der Arbeitsmarktdaten zu statistischen Verzerrungen und künstlich schwachen Zahlen führen könnten, betrachten wir den aktuellen Marktrückgang als vorübergehend. Die allgemeinen Aussichten für 2026 bleiben grundsätzlich positiv, getrieben von einer sich verbessernden Liquiditätsdynamik, die einen weiteren Preisanstieg unterstützt.