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Trotz Aktien-Hochs: Deshalb stagniert Bitcoin

Bitcoin notiert bei 63.394,75 US-Dollar und bewegt sich weiterhin in einer engen Spanne. In den asiatischen Handelsstunden lag der Kurs kurzzeitig über 64.000 US-Dollar, auf Wochensicht steht ein Minus von rund 2,5 %. Auffälliger als die Richtung ist die Beteiligung: Die Tagesvolumina auf den Börsen liegen bei etwa 4 Milliarden US-Dollar und damit ungewöhnlich niedrig, passend zur allgemeinen Sommerflaute. In einem so dünnen Markt bewegen schon kleine Orders den Kurs überproportional. Tagesbewegungen haben deshalb derzeit wenig Aussagekraft.

Der übrige Markt zeigte kaum Bewegung. Die einzige Ausnahme war HYPE von Hyperliquid mit einem Plus von über 3 % auf 59 US-Dollar und knapp 9 % in sieben Tagen. Ether legte um mehr als 1 % auf knapp unter 1.900 US-Dollar zu, liegt auf Wochensicht aber 1 % im Minus. Solana notiert bei gut 75 US-Dollar und verlor fast 2 %; XRP hielt sich bei 1 US-Dollar und gab 3 % nach; BNB blieb bei gut 604 US-Dollar unverändert. Dogecoin stieg um knapp 1 % auf 7 Cent, Tron auf gut 33 Cent.

Trotz einer verbesserten makroöknomischen Gemengelage habe digitale Assets kaum Fortschritte erzielen können. Der Dollar-Index von Bloomberg gab um 0,1 % nach, der dritte Rückgang in Folge, und erreichte das Niveau von Mai. Der Schwellenländer-Währungsindex des MSCI markierte im Tagesverlauf ein Rekordhoch, angeführt von Taiwan-Dollar und thailändischem Baht. Die US-Einzelhandelsumsätze verzeichneten den stärksten Monatsrückgang seit über einem Jahr. Am Swap-Markt liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im kommenden Monat inzwischen bei rund einem Viertel, nach etwa 50 % eine Woche zuvor. Nach Abwärtsrevisionen sind in den vergangenen drei Monaten im Schnitt nur noch rund 20.000 Stellen pro Monat entstanden. Der Juli-CPI stieg um 0,1 % zum Vormonat und um 3,4 % im Jahresvergleich, nach 3,5 % im Juni. Die Kernrate legte um 0,2 % bzw. 2,5 % zu. Beide Werte entsprachen den Erwartungen.

Die Federal Reserve verbleibt die maßgebliche Variable innerhalb des makroökonomischen Gefüges. Trotz eines unveränderten Leitzinses in der Spanne von 3,50 bis 3,75 % verzeichnete der Bloomberg Financial Conditions Index in der vergangenen Woche den lockersten Stand seit dem Jahr 1996.

Quelle: Bloomberg, Yahoo Finance, Teroxx Research

Seit der FOMC-Sitzung am 29. Juli konnte der S&P 500 einen Zuwachs von nahezu 7 % verbuchen, während die Finanzierungskosten für Hochzinsanleihen rückläufig waren und der VIX – als Maß für die erwartete Volatilität am US-Aktienmarkt – um sechs Punkte auf ein neues Jahrestief fiel. Dieser Entwicklung ging kein geldpolitischer Zinsschritt voraus; überdies notiert die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen im vergleichbaren Zeitraum auf einem höheren Niveau. Kevin Warsh hob mahnend hervor, dass ein unveränderter Leitzins keineswegs mit einer unveränderten geldpolitischen Ausrichtung gleichzusetzen sei. Die Finanzmärkte entwickelten sich seither entgegen dieser Einschätzung. Es steht zu erwarten, dass das am Mittwoch erscheinende Protokoll der Juli-Sitzung sachdienliche Hinweise zur Einordnung dieser Diskrepanz liefern wird.

Source: Bloomberg, Yahoo Finance, Teroxx Research

Am US-Aktienmarkt lässt sich eine analoge Entwicklung der Lockerung beobachten. Die Futures tendierten am Montagmorgen uneinheitlich: Während der Dow Jones Industrial Average einen Rückgang von 59 Punkten respektive 0,11 % verzeichnete, verzeichneten der S&P 500 sowie der Nasdaq 100 Zugewinne von 0,1 % beziehungsweise 0,35 %. Der S&P 500 wies somit die dritte gewinnbringende Woche in Folge auf und erreichte in der vergangenen Woche – getragen von einer überzeugenden Berichterstattung im Rahmen der Berichtssaison – neue Höchststände. Weder die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten noch die aufkommende Skepsis hinsichtlich der Dynamik der künstlichen Intelligenz vermochten diese Entwicklung zu beeinträchtigen. Die bevorstehende Woche dürfte abseits der Veröffentlichung des FOMC-Sitzungsprotokolls nur geringfügige Impulse bereithalten: Home Depot sowie Lowe's legen ihre Ergebnisse am Dienstag und Mittwoch vor, gefolgt von Walmart am Donnerstag; ergänzend werden der Empire State Index sowie der NAHB-Index für den Monat August erwartet.

Auf Seite der Regulierung verzeichnet der Digital Asset Market Clarity Act eine Verlangsamung des Gesetzgebungsverfahrens, ohne jedoch gänzlich zum Stillstand gekommen zu sein. Das Repräsentantenhaus billigte den Gesetzentwurf im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen – darunter 78 Stimmen von Vertreterinnen und Vertretern der Demokraten –, woraufhin der Bankenausschuss des Senats am 14. Mai mit 15 zu 9 Stimmen zustimmte. Als komplex erwiesen sich die Verhandlungen insbesondere hinsichtlich dreier Kernthemen: Beschränkungen von Transaktionen hochrangiger Amtsträger in digitalen Vermögenswerten, die reglementarische Handhabung von Stablecoin-Prämien sowie die Bestimmungen zur Bekämpfung illegaler Finanzströme. Der Mehrheitsführer des Senats, John Thune, stellte vor der Sommerpause den Antrag auf Beendigung der Debatte (Cloture) und setzte die Abstimmung auf den 15. September fest. Für eine erfolgreiche Annahme des Antrags ist eine qualifizierte Mehrheit von 60 Stimmen erforderlich; eine finale Verabschiedung des Gesetzes wäre damit jedoch noch nicht vollzogen. Gemäß den Daten von Polymarket bemisst sich die Wahrscheinlichkeit einer Inkraftsetzung im Laufe des Jahres 2026 derzeit auf etwa 19 %, nachdem am 19. Februar ein Höchststand von 82 % verzeichnet worden war. Galaxy Digital veranschlagt diese Wahrscheinlichkeit auf 10 %. Dem Senat verbleiben bis zur geplanten Tagungspause um den 2. Oktober lediglich etwa drei Sitzungswochen.

Umso mehr Gewicht bekommen die Termine dieser Woche in Washington. Präsident Trump wird am Mittwoch zu einem Treffen erwartet, gemeinsam mit CFTC-Chef Michael Selig und SEC-Chef Paul Atkins. Zu den Eingeladenen zählen Berichten zufolge Coinbase, a16z, Ripple, Chainlink, Kalshi und Paradigm. Das Treffen bildet den Auftakt für das Innovation Advisory Committee der CFTC, dessen 35 Mitglieder am Donnerstag zusammenkommen. Auf der Tagesordnung stehen die Regulierung digitaler Assets, künstliche Intelligenz und Prognosemärkte. Beide Behörden nutzen bestehende Befugnisse, solange der Kongress am größeren Rahmen arbeitet.

Bleiben die Mittelflüsse. Die Exchange Traded Products schlossen die Woche mit Abflüssen von rund 320 Millionen US-Dollar ab, nach Zuflüssen in der Vorwoche. Im dünnen Sommerhandel spricht das eher für eine Seitwärtsphase als für einen Stimmungswechsel. Institutionell fällt das Bild etwas konstruktiver aus: Die UBS erhöhte ihr Risiko aus Call-Optionen auf den iShares Bitcoin Trust von BlackRock im zweiten Quartal um mehr als das 24-Fache auf 1,95 Millionen zugrunde liegende Anteile. Der Direktbestand stieg um 12 % auf 407.890 Anteile, das Put-Risiko sank um 53 %. Da Angaben zu Basispreisen und Laufzeiten fehlen, bleibt die Nettoposition unklar.

Was das für Anlegerinnen und Anleger bedeutet

Eine vergleichsweise geringe Marktliquidität trifft derzeit auf ein sich schrittweise aufhellendes makroökonomisches Umfeld. Dass digitale Vermögenswerte bislang kaum auf diese Entwicklung reagieren, deutet primär auf eine saisonal bedingt geringere Marktteilnahme während der Sommertage hin und stellt keine grundlegende Abkehr von bestehenden Überzeugungen dar. In den vergangenen fünf Handelstagen entwickelte sich Bitcoin nahezu gegenläufig zu Gold und wies damit eher die Charakteristika eines risikobehafteten Vermögenswerts als die eines Assets mit langer Kapitalbindungsdauer auf. Die allgemeinen Finanzierungsbedingungen zeigen sich so akkommodierend wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr – und dies ohne vorangegangenen Zinsschritt sowie vor dem Hintergrund gestiegener Langfristrenditen. Folglich wird die anhaltende Aktienrally von einer ausgeprägten Risikobereitschaft der Marktteilnehmer getragen und weniger von den reinen Kapitalkosten. Digitale Vermögenswerte haben diese fundamentale Neubewertung bislang nicht im selben Maße vollzogen. Sofern es zu einem Angleichen kommt, dürfte dies eher durch einen konkreten Impuls als durch ein allmähliches Nachziehen erfolgen. Als maßgebliche Katalysatoren hierfür kommen das bevorstehende FOMC-Protokoll, die Konsultationen in Washington, das Symposium in Jackson Hole sowie die Abstimmung am 15. September in Betracht.

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